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Diamant aus Asche – eine bleibende Erinnerung schaffen

Diamant aus Asche – eine bleibende Erinnerung schaffen

Wie macht man einen Diamanten aus Asche? Wenn man einen geliebten Menschen verliert, braucht es zunächst Raum und Zeit, die Trauer zu verarbeiten. Und doch müssen sich Angehörige zumeist unmittelbar danach mit der Frage beschäftigen, welche Form der Bestattung der verstorbenen Person zuteilwerden und wie sich Freunde und Familie an sie erinnern soll. Eine sicherlich ungewöhnliche, aber immer beliebter werdende Bestattungsart, die eine einzigartige Erinnerung an den Verstorbenen schafft, ist die sogenannte Diamantbestattung: Für diese Form der Bestattung wird der Verstorbene kremiert und ein Teil der Asche zum Diamanten gefertigt. Der Diamant aus Asche kann daraufhin als Schmuckstück verarbeitet und als bleibende Erinnerung getragen werden. Für viele Menschen ist das Gefühl, einen Teil des geliebten Menschen immer bei sich tragen oder an einem besonderen Ort aufbewahren zu können, sehr tröstlich.

Wie ein Erinnerungsdiamant aus Asche entsteht und welche rechtlichen Bestimmungen dabei zu berücksichtigen sind, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

Von der Asche zum Edelstein: Der Entstehungsprozess

Die Kremation und die Kremationsasche

Die Voraussetzung, um einen Edelstein aus Asche herstellen zu können, ist die Kremation (Feuerbestattung) der verstorbenen Person. Die Verbrennung des menschlichen Körpers, bei der Temperaturen von etwa 640 Grad Celsius entstehen, dauert zwischen 70 und 120 Minuten. Durch diesen Prozess entstehen etwa 2 bis 4 kg Kremationsasche, wovon jedoch nur ein Teil für die Diamantbestattung benötigt wird: etwa 250 – 500 g. Dieser Anteil wird der Urne, in der die Kremationsasche aufbewahrt wird, entnommen. Der überwiegende Teil der Kremationsasche kann ganz regulär in der Urne vom Bestatter beigesetzt werden. Die Diamantbestattung ist dementsprechend eine zusätzliche Leistung zur Feuerbestattung.

Feuer als Symbolbild für die Kremation, nach der die Asche zum Diamanten gepresst wird

Für den Fall, dass nicht ausreichend Asche vorhanden ist, um einen Diamanten daraus anfertigen zu können, kann auch menschliches Haar hinzugefügt werden. Haare bestehen zu 50 % aus Kohlenstoff, weswegen nur etwa 10 g Haare benötigt werden, um den Diamanten herzustellen. So entscheiden beispielsweise manche Eltern, die ihr Kind verlieren, ihre eigenen Haare zur Asche des Kindes hinzuzugeben, sodass ausreichend Material für einen Erinnerungsdiamanten zusammenkommt.

Die Basis für den Edelstein aus Asche ist Kohlenstoff

Jeder Diamant, ganz gleich ob natürlicher oder synthetischer Herkunft, besteht hauptsächlich aus Kohlenstoff. Um einen Diamanten aus Asche herstellen zu können, wird deshalb in einem chemischen Verfahren zunächst die Kremationsasche gereinigt und danach der in der Asche vorhandene Kohlenstoff extrahiert. Da der menschliche Körper zu 18 % aus Kohlenstoff besteht, ist für die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten auch nach der Kremation ausreichend Material für diesen Prozess vorhanden. Im nächsten Schritt wird der gewonnene Kohlenstoff in Graphit umgewandelt. Graphit ist eine kristalline Form des Kohlenstoffs, die in ihrer Struktur bereits den ersten Schritt zur Diamantbildung darstellt.

Der Hochdruck-Hochtemperatur-Prozess: Die Asche zum Diamanten pressen

Bei der Herstellung des Erinnerungsdiamanten werden mithilfe von Maschinen reale Bedingungen nachgestellt, unter denen ein natürlicher Diamant tief unter der Erde entsteht. Um Asche zu Diamanten pressen zu können, wird der extrahierte Kohlenstoff bzw. das Graphit einem künstlich erzeugten Druck von ca. 60.000 Bar und Temperaturen von etwa 2000 Grad Celsius ausgesetzt. Dieses Verfahren nennt sich Hochdruck-Hochtemperatur-Prozess (HPHT) und dauert je nach Größe des entstehenden Asche-Diamanten mehrere Tage oder Wochen bis hin zu Monaten. Am Ende dieses Prozesses ist ein Rohdiamant gewachsen.

Der letzte Schliff: Reinigung und Veredelung

Details vom Schliff des Edelsteins aus Asche

Wenn der Rohdiamant fertig ist, wird er zunächst gereinigt. Je nach Wunsch kann der Diamant daraufhin geschliffen und poliert werden. Durch den Schliff erhält der Diamant aus Asche seine besondere Brillanz, die sich erhöht, je mehr Ecken und Einschliffe er erhält. Die endgültige Form erhält der Edelstein durch diese unterschiedlichen Schliffe:

  • Rundschliff (Brillantschliff)
  • Prinzessschliff
  • Smaragdschliff
  • Asscherschliff
  • Marquiseschliff
  • Ovalschliff
  • Radiantschliff
  • Birnenschliff
  • Herzensschliff
  • Kissenschliff

Echter Diamant aus Asche: Zertifizierung und Personalisierung

Schließlich kann der Diamant zertifiziert werden, um seine Echtheit und Herkunft zu bestätigen. Häufig wird er auch personalisiert, beispielsweise durch Gravuren, die mit einem Laser in den Stein eingearbeitet werden.

Karat und Größe des Erinnerungsdiamanten aus Asche

Der Wert eines Diamanten wird in Karat (Kt) gemessen, der Maßeinheit für Masse. Ein Karat entspricht etwa 0,2 Gramm und einer Größe von etwa 6,5 Millimeter Durchmesser. Der Durchmesser ist allerdings immer abhängig vom Schliff des Steins. Ein gut geschliffener Diamant maximiert die sichtbare Größe bei einem bestimmten Gewicht.

Diamant aus Asche wird von einer Pinzette gehalten zur Größenansicht


Hinweis: Die Größe des Edelsteins ist unabhängig von der Menge der vorhandenen Kremationsasche. Die Größe wird durch die Wachstumszeit während des HPHT Prozesses kalkuliert und bestimmt.

Welche Farbe erhält der Diamant?

Entscheidet man sich für eine Diamantbestattung, gibt es neben Größe und Schliff des Edelsteins auch die Möglichkeit, eine passende Farbe für den Diamanten zu wählen. Diese kann beispielsweise durch die Variation von Druck und Temperatur während des Herstellungsprozesses so beeinflusst werden. So verändert sich die Kristallstruktur, das Licht wird auf unterschiedliche Weise gebrochen und erscheint uns in den verschiedenen Farben.

Für gewöhnlich erhält der Diamant aus Asche bei der Herstellung eine natürliche, bernsteinartige Farbe. Diese Färbung entsteht durch den Anteil an Stickstoff, der zu etwa 3 % im menschlichen Körper vorhanden ist. Die Intensität und Helligkeit der Farbe ist einzigartig und variiert je nach individueller Zusammensetzung der Kremationsasche.

Gelblicher Diamant aus Asche

Ein blauer Farbton für den Diamanten entsteht beispielsweise durch die Zugabe von Bor. Bor verursacht blaue Farbtöne, weil es das Absorptionsspektrum des Diamanten verändert. Auch hier ist der endgültige Farbton, also Helligkeit und Intensität, abhängig von der individuellen Zusammensetzung der Kremationsasche.

Blauer Diamant aus Asche

Um einen farblosen Erinnerungsdiamanten zu erhalten, wird beim HPHT Verfahren der vorhandene Stickstoff aus dem Kohlenstoff entfernt. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig, weswegen mit der farblosen Variante zumeist höhere Kosten einhergehen.

Farbloser Diamant aus Asche

Asche als Diamant pressen: Was sind die Kosten?

Keine Frage, die Kosten für eine Diamantbestattung und einen Diamanten aus Asche sind hoch. Zwar variieren sie je nach Stein, Schliff, Größe und Farbe des Diamanten, dennoch sollten Sie mit mehreren tausend Euro rechnen. Zudem sollten Sie berücksichtigen, dass zur Diamantbestattung auch die folgenden Kostenpunkte hinzukommen:

Rechtliches: Ist ein Diamant aus Asche in Deutschland erlaubt?

In Deutschland besteht die sogenannte “Friedhofpflicht”. Darunter ist die rechtliche Pflicht zu verstehen, einen Verstorbenen auf einem Friedhof oder einem Friedwald beisetzen zu müssen. Dies gilt sowohl für die Beerdigung in einem Sarg als auch für die Bestattung der Asche nach einer Feuerbestattung. Einige Bundesländer erlauben mittlerweile alternative Formen der Bestattung, wie die Baumbestattung in speziellen Wäldern, wodurch sich die Friedhofspflicht etwas gelockert hat.

Die Diamantbestattung ist allerdings in Deutschland nach wie vor nicht gestattet. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, wenn Sie diesen Wunsch umsetzen möchten. So kann beispielsweise die Kremation von Ihrem Bestatter im Ausland vorgenommen werden, beispielsweise in der Schweiz oder Tschechien: Sowohl in der Schweiz als auch in Tschechien erlauben die Gesetze die Teilentnahme der Kremationsasche, die für die Herstellung eines Diamanten benötigt wird. Der entnommene Teil der Asche kann dann an das Unternehmen gesendet werden, das aus der Asche einen Diamanten fertigt. Der übrige Teil der Asche wird zur Bestattung freigegeben und kann ordnungsgemäß beerdigt werden.

Haben Sie einen Todesfall in der Familie und interessieren sich für eine Diamantbestattung? Gerne kümmern wir uns um Anfragen auch aus Deutschland.